1. Was ist KIShieldCam?
Eine forensische Kamera-App für iPhone und iPad. Jede Aufnahme — Foto oder Video — wird im Moment des Auslösens kryptografisch gesichert und in eine verkettete Beweisreihe eingehängt. Die Echtheit einer Aufnahme lässt sich später unabhängig nachprüfen.
Die App richtet sich an Anwaltskanzleien, Gutachter, Versicherungen, Behörden, Journalistinnen und Journalisten sowie Privatpersonen, die Vorfälle dokumentieren wollen.
Die Sicherung läuft direkt auf dem Gerät. Die privaten Signaturschlüssel verlassen das iPhone niemals.
2. Erste Schritte
- KIShieldCam aus dem App Store installieren. Mindestanforderung: iOS 26 auf iPhone oder iPad.
- App öffnen. Beim ersten Start werden zwei Signaturschlüssel erzeugt: ein klassischer Ed25519-Schlüssel im hardwaregeschützten Keychain und ein quantensicherer ML-DSA-65-Schlüssel in der Secure Enclave. Beide bilden die kryptografische Identität dieses Geräts und können nicht exportiert werden.
- Berechtigungen erteilen (siehe Abschnitt 3). Ohne Kamera-Berechtigung kann die App nicht arbeiten; ohne Standort-Berechtigung entfällt der Geo-Plausibilitäts-Check.
- Optional: in den Einstellungen das gewünschte Schutzniveau wählen (Standard, Strict-Mode-BETA, Witness-Mode-BETA).
- Auslöser drücken. Fertig.
3. App-Berechtigungen
KIShieldCam fragt beim ersten Aufnahmestart nach folgenden Berechtigungen. Jede ist begründet — die App fragt nichts, was sie nicht braucht.
Kamera
Pflicht. Ohne Kamera-Zugriff keine Aufnahme.
Mikrofon
Nur für Video-Aufnahmen mit Ton.
Standort
Bindet GPS-Koordinaten in die Signatur ein und ermöglicht den Geo-Plausibilitäts-Check. Empfohlen: „Beim Verwenden der App".
Bewegung und Fitness
Liefert Beschleunigungs-, Gyroskop- und Höhendaten beim Auslösen — Bestandteil der Multi-Sensor-Fusion.
Foto-Bibliothek
Optional. Nur nötig, wenn das forensisch zertifizierte Original parallel in die Fotos-App gespeichert werden soll.
Lokales Netzwerk und Bluetooth
Nur für Witness-Mode (Cosignatur mit einem zweiten iPhone) — P2P, ohne Internet.
4. Aufnahme machen
Der Aufnahmebildschirm zeigt das Live-Bild und ein Sensor-Overlay (AR), das während des Visierens die forensisch relevanten Messgrößen anzeigt: GPS-Genauigkeit, Magnetfeld, Luftdruck, Lage und — falls verfügbar — LiDAR-Tiefe.
Foto
Auslöser drücken. Die Pipeline läuft im Hintergrund: Hash, Signatur, Sensor-Snapshot, Server-Anker. Die App ist sofort für das nächste Bild bereit.
Video
Auslöser für Start, erneut für Stop. Bei Video wird der Sensor-Snapshot über die gesamte Aufzeichnung verteilt — nicht nur ein Einzelmoment, sondern ein Sensor-Verlauf, der manipulationssicher mit dem Video verknüpft wird.
Was unmittelbar nach dem Auslösen passiert
- SHA-256-Hash über die Pixeldaten wird gebildet.
- Sensor-Snapshot (GPS, Magnetfeld, Luftdruck, Bewegung, Lage) wird mit dem Hash gekoppelt.
- Ed25519-Signatur in der Secure Enclave (klassisch).
- ML-DSA-65-Signatur on-device (Post-Quantum, NIST FIPS 204).
- RFC-3161-Zeitstempel vom KIShieldCam-TSA wird angefragt.
- Apple App Attest bestätigt die Geräte-Integrität.
- Die Aufnahme wird als Glied in die Hash-Chain Ihres Geräts eingehängt.
- Der Hash wird zusätzlich auf Polygon Mainnet verankert (Blockchain-Zeitanker).
5. Beweiskette — was die App technisch macht
Für jede Aufnahme wird ein mehrschichtiges Beweisbündel aufgebaut. Jede Schicht hat eine eigene Aufgabe und kann unabhängig geprüft werden.
- SHA-256-Hash
- Eindeutiger Fingerabdruck der Bilddatei. Eine einzige veränderte Pixel-Reihe ergibt einen völlig anderen Hash.
- Ed25519-Signatur (Apple CryptoKit)
- Klassische, etablierte Signatur. Der Privatschlüssel liegt im hardwaregeschützten Keychain des iPhones und wird ausschließlich dort verwendet.
- ML-DSA-65-Signatur (Post-Quantum, Secure Enclave)
- Standardisiert von NIST als FIPS 204. Der Privatschlüssel liegt in der Secure Enclave und lässt sich auch von Apple selbst nicht auslesen. Auch wenn Quantencomputer eines Tages Ed25519 brechen, bleibt diese Signatur sicher. Die App folgt dem Hybrid-Ansatz, den das BSI für die Übergangsphase empfiehlt.
- RFC-3161-Zeitstempel (TSA)
- Eine unabhängige Zeitstempel-Stelle bestätigt: „Dieser Hash existierte spätestens zu diesem Zeitpunkt." Damit lässt sich der Vorwurf einer nachträglichen Rückdatierung entkräften.
- Apple App Attest
- Apple bestätigt kryptografisch, dass die Signatur tatsächlich aus einer echten, unmodifizierten KIShieldCam-App auf einem echten iPhone stammt — nicht aus einem Emulator oder einer manipulierten Kopie.
- Hash-Chain
- Jede Aufnahme enthält den Hash der vorherigen. Wer eine Aufnahme nachträglich austauschen will, müsste die gesamte Folgekette neu signieren — was wegen der Server-Anker auffällt.
- Polygon-Mainnet-Anker
- Der Hash wird in einer öffentlichen Blockchain verankert. Das macht den Zeitpunkt auch öffentlich nachprüfbar — unabhängig von den Servern von KIShieldCam.
6. Witness-Mode (BETA)
Im Witness-Mode signiert ein zweites iPhone die Aufnahme zeitgleich mit. Zwei Geräte, zwei unabhängige Identitäten, eine gemeinsame Bestätigung.
- Beide iPhones öffnen KIShieldCam und wechseln in die Witness-Ansicht.
- Pairing per Bluetooth oder WiFi-Direct — direkt zwischen den Geräten, ohne Internet, ohne KIShieldCam-Server.
- Das aufnehmende iPhone löst aus. Das zweite Gerät erhält den Hash und cosigniert ihn auf seiner eigenen Secure Enclave.
- Beide Signaturen werden im Beweisbündel hinterlegt.
Witness ist als BETA gekennzeichnet. Stabilität und Reichweite des P2P-Pairings können je nach Umgebung schwanken — bitte vor Einsatz in kritischen Situationen einmal mit Ihrem Witness-Gerät testen.
7. Sensor-Fusion und Plausibilitäts-Checks
Multi-Sensor-Fusion
Magnetfeld, Luftdruck und Bewegung im Moment des Auslösens werden kryptografisch in die Signatur eingebunden. Eine später re-fotografierte Aufnahme (Re-Capture-Angriff) trägt nicht dieselbe Sensor-Konstellation.
Geo-Plausibilitäts-Check
Die App vergleicht die GPS-Position mit zwei unabhängigen physikalischen Messungen:
- Sonnenstand: Azimut und Elevation berechnet aus Datum, Uhrzeit und GPS-Position (nach dem NOAA Solar Calculator), Abgleich mit der Helligkeitsverteilung im Bild.
- Erdmagnetfeld nach IGRF-13-Koeffizienten in Order-3-Näherung (sphärische Harmoniken, Epoche 2020): theoretischer Magnetfeld-Vektor an dieser Position gegen den real gemessenen Vektor.
Stimmen die Messungen nicht zur angegebenen GPS-Position, vermerkt die App eine Plausibilitäts-Warnung im Beweisbündel. Der Luftdruck wird zusätzlich als roher Sensor-Snapshot im Bündel mitgespeichert.
PRNU-Sensor-Fingerprint
Jeder Kamera-Sensor hat ein einzigartiges Pixel-Rauschmuster (Photo Response Non-Uniformity). KIShieldCam extrahiert dieses Muster und legt es im Beweisbündel ab. Damit lässt sich später feststellen, ob zwei Aufnahmen vom gleichen Kamera-Chip stammen — und ob die Aufnahme wirklich vom angegebenen Gerät kommt.
8. PDF-Zertifikat
Für jede Aufnahme erstellt die App ein PDF-Zertifikat, das alle technisch relevanten Daten in einer einzigen Datei zusammenfasst — zur Weitergabe an Anwaltskanzlei, Versicherung, Gericht oder Behörde.
Das PDF enthält:
- Vorschaubild der Aufnahme.
- SHA-256-Hash, Ed25519-Signatur, ML-DSA-65-Signatur.
- RFC-3161-Zeitstempel.
- GPS-Position, Sensor-Snapshot, Plausibilitäts-Ergebnis.
- Polygon-Transaktions-Hash und Block-Höhe.
- QR-Code für die unabhängige Verifikation.
- Hinweis, welche technische Aussage das Zertifikat trägt.
Die PDF-Zertifikate werden derzeit auf Deutsch ausgegeben. Weitere Sprachfassungen (EN, FR, ES, IT) sind in Vorbereitung.
9. Beweis verifizieren — als Empfänger
Sie haben ein PDF-Zertifikat erhalten und wollen prüfen, ob es echt ist? Es gibt drei Wege:
- QR-Code scannen. Jedes Zertifikat enthält einen QR-Code. Mit jeder Smartphone-Kamera oder QR-Scanner-App scannen — der Link führt direkt zur Verifikations-Seite mit dem konkreten Prüfergebnis.
- Hash manuell prüfen. Auf kishieldcam.de/verify den SHA-256-Hash eingeben. Das System zeigt Signatur-Status, Zeitstempel und Polygon-Anker.
- Per API. Für Anwaltskanzleien, Versicherungen und Behörden steht eine öffentliche, authentifizierungsfreie Verify-API zur Verfügung. Dokumentation: kishieldcam.de/api-docs.
Die Verifikation ist kostenlos und braucht keinen Account. Sie ist ausdrücklich für unabhängige Prüfung durch Dritte gedacht — Gerichte, Versicherer, Journalistinnen, Browser-Extensions.
10. Court-Bundle-Export
Wenn ein einzelnes PDF nicht reicht — etwa bei einem Gerichtsverfahren mit hundert Aufnahmen — exportiert KIShieldCam ein Court-Bundle als ZIP-Datei.
Im Bundle enthalten:
- Alle Originale (Foto-/Video-Dateien) in ihrer ursprünglichen Form.
- Alle PDF-Zertifikate.
- Eine maschinenlesbare JSON-Manifest-Datei mit Hashes, Signaturen, Zeitstempeln und Polygon-Ankern.
- Die Beweisketten-Übersicht des Geräts (Hash-Chain-Auszug).
- Verifikations-Anleitung für die Empfängerseite.
Das Bundle ist so aufgebaut, dass es auch ohne unsere Server geprüft werden kann — alle kryptografischen Daten liegen offen, die Verifikation funktioniert offline.
11. iCloud-Backup und Wiederherstellung
Damit Ihre Beweiskette eine App-Neuinstallation oder einen Geräte-Tausch überlebt, sichert die App den Chain-State (Hashes und öffentliche Schlüssel) in Ihrem persönlichen iCloud-Bereich. Die Originale bleiben lokal auf dem Gerät — nur die kryptografische Verkettung wird gesichert.
Bei der Wiederherstellung auf einem neuen iPhone:
- iPhone mit der gleichen Apple-ID anmelden.
- KIShieldCam installieren und öffnen.
- Die App erkennt den iCloud-Chain-State und stellt die Verkettung wieder her.
- Die Übersicht der Hashes und Zeitstempel kann anschließend mit der Server-Datenbank abgeglichen werden — Bildinhalte sind dort nicht gespeichert.
Hinweis: Die privaten Signaturschlüssel selbst lassen sich aus Sicherheitsgründen nicht übertragen. Neue Aufnahmen auf dem neuen iPhone bekommen neue Geräteschlüssel — der Übergang wird in der Hash-Chain sauber dokumentiert.
12. Einstellungen und Server-Status
In den Einstellungen (Zahnrad-Symbol oben rechts) finden Sie unter anderem:
Server-Status
Status-Lampe für die Server-Anbindung, Zähler für noch nicht verankerte Aufnahmen („Pending-Server-Anker") und Anzeige des letzten Server-Fehlers mit Zeitstempel.
Sensor-Consent
Einzeln steuerbar, welche Sensoren in die Signatur einfließen sollen. Empfehlung: alle aktiv lassen.
Strict-Mode (BETA)
Blockiert Aufnahmen, wenn die LiDAR-Geometrie zu flach ist (verdächtig nach Bildschirm-Abfotografie), wenn der Bewegungs-Burst statisch wirkt oder wenn die Liveness-Challenge fehlschlägt.
LiDAR-Tiefenkarte (BETA)
Auf LiDAR-fähigen iPhones wird zusätzlich eine 3D-Tiefenkarte ins Beweisbündel eingebunden.
Audit-Log
Lückenloses Protokoll aller forensischen Operationen, einschließlich Server-Aussetzer (z. B. Event-Typ tsa.failed).
Abo und Konto
Status Ihres Abos, Wiederherstellung des Kaufs, Abmeldung. Die Abo-Verwaltung selbst läuft über Apples In-App-Käufe.
13. Häufige Fragen
Funktioniert KIShieldCam offline?
Wo werden meine Aufnahmen gespeichert?
Was passiert, wenn der KIShieldCam-Server vorübergehend nicht erreichbar ist?
Wie verifiziere ich eine fremde Aufnahme als Empfänger?
Welche iOS-Version brauche ich?
Was kostet die App?
Kann ich meine Beweise löschen?
Sieht der KIShieldCam-Server, was auf meinen Bildern ist?
Was bedeutet die Kennzeichnung „BETA" bei Witness und Strict-Mode?
14. Troubleshooting
Nach einem App-Update verhält sich die App seltsam
Einmal komplett aus dem App-Switcher wischen und die App neu starten. Damit übernimmt sie die neue Server-Konfiguration sauber.
GPS-Daten fehlen im Beweisbündel
Einstellungen — Datenschutz — Ortungsdienste — KIShieldCam: „Beim Verwenden der App" oder „Immer" auswählen. Im Sensor-Overlay sollte die GPS-Genauigkeit-Anzeige grün sein, bevor Sie auslösen.
Polygon-Anker bleibt auf „pending"
Das passiert, wenn das iPhone gerade kein Netz hat. Sobald wieder Internet da ist, holt die App den Anker automatisch nach. Bleibt die Anzeige über Stunden „pending" trotz funktionierender Verbindung, einmal Server-Status in den Einstellungen öffnen — dort steht der letzte Fehler.
Witness-Pairing klappt nicht
Bluetooth und Lokales Netzwerk auf beiden Geräten freigeben. Beide iPhones im selben WLAN oder zumindest in Bluetooth-Reichweite halten. WiFi-Direct funktioniert auch ohne Router, braucht aber kurz Zeit zum Aushandeln.
TSA-Zeitstempel fehlt
Wird im Audit-Log als Event-Typ tsa.failed dokumentiert. Die Aufnahme bleibt trotzdem gültig — die anderen Beweis-Schichten greifen unabhängig. Der Zeitstempel wird beim nächsten erfolgreichen Server-Kontakt nachgeliefert.
App startet, Aufnahme-Button reagiert nicht
Meist eine fehlende Kamera-Berechtigung. Einstellungen — KIShieldCam — Kamera prüfen. Wenn das Problem bleibt: App komplett schließen und neu öffnen.
15. Kontakt und Support
Sie haben eine Frage, die diese Seite nicht beantwortet? Sie haben einen Bug entdeckt? Sie sind Anwältin, Versicherer oder Behörde und brauchen technische Auskunft zur Beweiskette?
KI-Shield UG (haftungsbeschränkt)
Geschäftsführerin: Johanna Bringezu
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